freie Malerei


 
Malen - Spielen - Finden

Malen und alles andere künstlerische Tun ist für mich die Kunst des Entstehenlassens. Ich arbeite nicht auf etwas hin, ich habe keine Vorstellung davon, wie etwas einmal aussehen wird. Ich suche nichts. Ich finde die Dinge.

Alles was ich für die Collagen verwende, liegt mehr oder weniger vor meinen Füßen. Im Papierabfall, auf der Rheinwiese, auf dem Parkplatz oder im Hafen von Syrakus. Ich entdecke die Dinge des Alltags, die mich umgeben. Ich sammle sie und schleppe sie zu mir nach Hause. Abgekratzte Rostteile von den Docks in kleinen Häfen am Mittelmeer haben die Zollbeamten staunen lassen. Verrostete Cola-Dosen, Reste von Schuhsohlen beim Schuster, Leder oder Stoffe im Mode-Ateliers, Knöpfe von alter Bettwäsche, das gelbe Netz, in dem die Zitronen abgepackt werden, Elektromüll vom PC, Sand und Steine, Stücke von zerbrochenen Spiegeln und Scherben, Dichtungsringe, die der Handwerker vergessen hat, alles nehme ich mit.

Manchmal bringen mir Leute von einer Reise eine Hand voll Strandgut oder Sand mit. Kinder klingeln und schenken mir, was sie gefunden haben und wovon sie wissen, dass es etwas ganz besonderes ist. Irgendwann schaue ich mir meine Schätze genauer an. Sie erzählen mir Geschichten und sind mit Erinnerungen verbunden.

Es ist mir ein sinnliches Vergnügen mit diesen Dingen zu spielen. Was mich treibt, ist die Lust an den Farben und an den Materialien. Es ist spannend auszuhalten, ob etwas entsteht oder nicht. Manchmal entsteht etwas fast nebenbei und dann wieder erfordert es viel Geduld und liebevolle Aufmerksamkeit.

Es gibt die Momente des Zweifels aber auch die Momente von kindlicher Freude, wenn etwas gelungen erscheint. Meine Bilder verbinden mich auf eine meditative und reale Weise mit der Welt und den Menschen, die mich umgeben.